Der Co (-weil Beifahrer sind unisex)
     
Corina Konrad-Lustig, geboren 1975
     
Das Jahr in dem Niki Lauda Weltmeister wurde als Geburtsjahr- besser kann es gar nicht kommen, oder?

Schon von klein auf übten Autos- je schneller, um so besser - auf mich eine große Faszination aus. Schuld daran war in erster Linie mein Paps, der mir mit 4 Monaten zu Weihnachten eine wunderbare Autorennbahn schenkte. Auch ein Ferrari Tretauto Modell 75 und massenhaft Matchboxautos statt Puppen, hielten bald Einzug ins Kinderzimmer. Jeder Formel 1- Grand Prix ein Pflichttermin.

Beruflich gesehen entschloss ich mich aber dann doch nicht ins Cockpit eines Ferraris zu steigen, sondern Volksschullehrerin zu werden. Auch dieser Beruf birgt Nervenkitzel!

 

Im Jahr 2000 - über Bekannte und recht zufällig– kam ich dann zum Strasshofer Motorsportclub MSC 2000 und habe dort die Rallyeszene als Streckenposten kennen und lieben gelernt.

Ich musste bald mit Anerkennung feststellen, dass Rallyepiloten viel mehr leisten mussten als ihre Kollegen auf der Rundstrecke. Aber selbst einmal mitfahren zu dürfen? Nein, das war genauso unrealistisch, wie mein Traum von der Formel 1 als Kind. Ich koch ja nur mit Wasser. Niemand setzt sich einen Anfänger ins Auto.
Und selbst fahren? Niemals.

Deswegen war ich auch extrem überrascht, als Hans meinte:" Sicher, wennst meinst, du hast das Geld dafür, ich such noch jemanden der bei mir einsteigt."

Na ist er irr? Setzt sich jemanden ins Auto, der vom Beifahrerdasein keine Ahnung hat?

Aber da wir beide einen kleinen Hang zum Perfektionismus hatten, haben wir die restlichen 4 Wochen bis zur Waldviertel fast jeden Tag auf den OMV- Straßerln verbracht und trainiert. Und mit jedem Trainingstag wusste ich: Auch die Beifahrer leisten einiges in dem Auto. Noch heute hör ich den Satz: " Einmal zu spät dran mit der Ansage und wir san weg."

 
 

Bei der Waldviertel konnte ich alle Sp´s fast auswendig. Ich wollte auf keinen Fall einen Fehler machen. Ich wusste, diese Rallye ist wichtig, weil es Hans´"Comeback" werden sollte. Und unser Resultat am ersten Tag bewies, dass beide eine tolle Leistung zeigten.

Meine Freude war groß, als ich hörte, dass dieser Rallye noch eine Saison folgen sollte. Es macht irrsinnig viel Spaß, um enge Häuserecken und an Bäumen vorbeizuflitzen, den Schrieb perfekt "runterzubeten", im Ziel den Fahrer zu loben, dass er dir den Baum trotz Eises doch noch erspart hat, Zeiten durchzurechnen, Strategien zu besprechen - halt einfach 100 Sachen gleichzeitig zu tun.

     
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