Dumm gelaufen.

Wer mich kennt, der weiß auch wie gerne ich eine Rallye von vornherein plane. Nicht die Strecke, nicht den Ablauf, auch nicht die Zeittabellen. Alles Aufgaben vom Co. Mich interessieren die Gegner. Wer und wie viele. Wo stehen meine Chancen? Wie werde ich mich platzieren? Alles dies schwirrt in meinem Kopf herum.

So auch in Brünn. Das erste Mal am Start in der Gruppe A5. Lediglich 18 Konkurrenten. Einige Fabia Kit Car´s, einige bekannte Namen aus dem Vorjahr. Die Fronten abstecken hieß die Devise. Mitleidig belächelt vom Co stellte ich meine Thesen auf. Ein Drittel des Feldes überholen- eine leichte Sache mit einem Gruppe N Auto, wo lediglich das Getriebe anders ist- ein paar Ausfälle und schon habe ich den 10. Platz erreicht, den ich mir wünsche. Wie  gesagt: Eine leichte Übung.

Der erste Umlauf über 150 km, davon 40 SP-km und schon ging meine Rechnung auf. 8 Rang in der Klasse A5. Mehr als ich erhofft hatte. 62. Gesamtrang von 110 Startern. Wesentlich weiter vorne als ich in meiner überschwänglichen Euphorie überhaupt zu denken gewagt hätte. Die Freude war groß. Ein paar kleine Probleme waren hatten wir ja schon immer. So war es diesmal der Ventilator für die Kühlung. Es wurde der Temperaturfühler neu  verkabelt, zusätzlich zum Handschalter. Dabei ist den Mechanikern ein Fehler unterlaufen. Das Kabel scheuerte auf der Lichtmaschine und verursachte einen Kurzschluss. Somit war der Handschalter auch außer Betrieb und die Grade im Kühler erreichten ein Niveau der gehobenen Klasse. Also Heizung voll aufgedreht, Gebläse eingeschaltet und bei Sonnenschein etwas wohltemperiert durch die Gegend gewetzt. Service anfahren und Fehler ausmerzen und sich über die Platzierung freuen.

Der Rest des Tages ist dann aber leider dumm gelaufen. SP 5 Leistungsverlust: Fünf Sekunden langsamer. SP 6 ebenso. Krümmerschrauben waren gelockert und fast hätten wir den Krümmer verloren. War zwar urlaut das Ding und Corina hat das Training als Lehrerin voll nutzen können um den Lärm zu überschreien. SP 7 dann ein Geräusch, meiner Meinung nach vom Getriebe oder der Kupplung. Beim Lastwechsel ein richtiges Scheren und das Kupplungspedal spielte verrückt. Nur noch 40 km ins Ziel. Die letzte SP nur herunterrollen und das Getriebe nicht belasten. So unsere Gedanken, die leider Gottes völlig falsch lagen. Das Geräusch war die Ankündigung eines Lagerschadens und nach 5 km auf der letzten SP explodierte der Motor. Ein Riesenloch, wo das Pleuel herauslugte und nach Luft schnappte bedeutete das Ende unseres Ausfluges.

Einziger Lichtblick dabei war die Platzierung zu diesem Zeitpunkt: Ein 10. Platz in der Klasse und 59 Gesamtrang lässt uns neuen Mut für die Bohemia Rallye im Juli fassen.

Dr.Apela

 

Für Interessierte: Ergebnisse (Quelle: rallysport.cz)